Datenschutz im offenen WLAN

Die Digitalisierung im Alltag und in der Arbeitswelt schreitet immer schneller voran. Jeder möchte überall und jederzeit einen drahtlosen und schnellen Internetzugang nutzen. Das führt dazu, dass es immer mehr öffentliche Hotspots gibt, nicht nur in Restaurant und anderen Einrichtungen, sondern auch an stark frequentierten Plätzen und sogar in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das klingt sehr verlockend, birgt aber auch Risiken. Und wie sieht es mit dem Datenschutz in offenen WLAN Netzwerken aus? Wir klären Sie über die Rechtsgrundlage für die Betreiber auf und geben Ihnen Tipps, wie Sie sich in öffentlichen Netzwerken schützen können.

 

Rechtsgrundlage für Betreiber

War anfangs ausschließlich der Betreiber eines Anschlusses dafür verantwortlich, wenn Nutzer seines Netzwerkes Urheberrechtsverletzungen begangen haben, hat sich dies mit der aktuellen Gesetzgebung aus 2016 geändert. Es wurde beschlossen, dass der in § 8 Abs. 1 Telemediengesetz (TMG) festgelegte Haftungsausschluss von Accessprovidern auch für die Betreiber von WLAN-Netzwerken gilt.

Im § 8 „Durchleitung von Informationen“ des TMG heißt es dazu konkret: „Diensteanbieter sind für fremde Informationen, die sie in einem Kommunikationsnetz übermitteln oder zu denen sie den Zugang zur Nutzung vermitteln, nicht verantwortlich, sofern sie:

  1. Die Übermittlung nicht veranlasst,
  2. den Adressaten der übermittelten Informationen nicht ausgewählt und
  3. die übermittelten Informationen nicht ausgewählt oder verändert haben.“

Dies erleichtert nicht nur die Nutzung von offenen WLAN-Netzwerken, sondern sorgt auch für mehr Rechtssicherheit bei den Betreibern.

 

Tipps zum sicheren Surfen im öffentlichen Netzwerk

Den Schutz persönlicher Daten sollten Sie ernst nehmen. Bei der Nutzung von öffentlichen Hotspots können Sie Vorkehrungen treffen, die die Wahrscheinlichkeit eines Hackerangriffs minimieren:

 

Öffentliche Netzwerke ohne Verschlüsselung meiden

Es existieren sowohl verschlüsselte, als auch unverschlüsselte öffentliche Netzwerke. Auf unverschlüsselte sollten Sie nicht zurückgreifen, da bei der Nutzung keine Sicherheit besteht. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor der Nutzung dieser WLAN-Verbindungen ausdrücklich. Aber auch bei verschlüsselten Netzwerken kann eine lückenlose Sicherheit nicht gewährleistet werden. Falls Sie nicht auf die Nutzung öffentlicher Hotspots verzichten möchten, helfen Ihnen VPN-Dienste (anonymes Surfen im Netz durch Verschleierung der IP-Adresse) oder eine SSL-Verschlüsselung dabei, Ihre Daten zu schützen.
 

Deaktivieren der automatischen Anmeldung

Die Funktion des automatischen Anmeldens in bekannte Netzwerke ist sehr nützlich, aber auch nicht ungefährlich. Daher sollten Sie diese Funktion wenn möglich deaktivieren. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik weist darauf hin, dass Betreiber den Namen der Netzwerke frei wählen können und durch die Namensgebung Sicherheit beim User suggerieren. Nachdem Sie sich mit dem auf den ersten Blick sicheren Netzwerk verbunden haben, kann leicht auf Ihre Daten zugegriffen werden.
 

Bluetooth und WLAN nicht dauerhaft aktivieren

Wenn Sie Ihr WLAN nicht aktiviert haben, brauchen Sie keine Befürchtungen haben, dass Sie Opfer eines Hackerangriffs werden. Gleiches gilt für die Verwendung von Bluetooth. Schalten Sie die Dienste also nur ein, wenn Sie sie auch wirklich verwenden.
 

Firewall und Virenschutz regelmäßig aktualisieren

Das BSI empfiehlt, Programme wie die Firewall oder den Virenschutz, immer aktuell zu halten. Auch wenn gesicherte Netzwerke größtenteils gefahrlos nutzbar sind, können Sie dadurch potentielle Risiken minimieren.
 

Bei Zertifikatsfehlern vorsichtig sein

Hacker nutzen des Öfteren Fehlermeldungen von Zertifikaten dazu, um auf Ihr Gerät zuzugreifen. Bei solchen und ähnlichen Meldungen sollten Sie immer vorsichtig sein.

 

Fazit

Offene WLAN-Netzwerke sind zwar bequem, können aber schnell zu einer Falle werden. Spätestens wenn fremde Personen sich Zugriff zu sensiblen persönlichen Daten verschafft haben, wird das Ausmaß des Risikos deutlich. Berücksichtigen Sie die Empfehlungen des BSI und nutzen Sie Ihren gesunden Menschverstand und Sie können das Risiko einen Hackerangriffs größtenteils minimieren.

Related Post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.